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17.06.2011

365 Tage Sinn

Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligen Dienst in den Werkstätten Materialhof:

Orientierung, Berufsvorbereitung, Lebenserfahrung und persönliche Reife.
Mit 19 verschiedenen Arbeitsbereichen bieten die Werkstätten Materialhof eine Große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten!

Bis zum Jahr 2010 leisteten in Deutschland jährlich über 90.000 junge Männer Zivildienst. In Krankenhäusern, Seniorenheimen, in Jugendeinrichtungen, beim Krankentransport und in Behindertenwerkstätten übernahmen sie vielfältige Pflege-  und Betreuungsaufgaben. Die aktuelle Bundeswehr-Reform hat dem jedoch ein Ende bereitet. Mit der Aussetzung des Wehrdienstes zum 1. Juli 2011 wurde auch das Ende des Zivildienstes beschlossen. Um die Lücke zu schließen ist nun breites soziales Engagement gefragt! Dies ist z.B. im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und über den neu eingeführten Bundesfreiwilligen Dienst (BFD) möglich.

Das Freiwillige Soziale Jahr gibt es seit fast einem halben Jahrhundert: Seit 1964 nutzen junge Frauen und Männer im Alter von 16 bis 27 Jahre die Möglichkeit, etwas für sich und andere Menschen zu tun. So auch in den Werkstätten Materialhof in Rendsburg, wo Menschen mit psychischen Behinderungen in 19 verschiedenen Arbeitsbereichen am Arbeitsleben teilhaben. Vom Labor für Meeresbiologie über die Tischlerei und Polsterei bis hin zur Gravur und Siebdruck gibt es hier eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Zurzeit sind in den Werkstätten Materialhof 11 FSJler (Teilnehmende am Freiwilligen Sozialen Jahr) tätig. Einer von ihnen ist Till Klaar, der seit August 2010 in der schmuckschmiede arbeitet. „Ich wollte nach der Schule einfach etwas Sinnvolles machen“, erläutert er seine Motivation.

Orientierung und Berufsvorbereitung
Für viele FSJler dient das soziale Jahr auch der beruflichen Orientierung. Viele Schulabgänger haben noch keine genauen Berufsvorstellungen. Ihnen bietet das Freiwillige Soziale Jahr die Möglichkeit, in Tätigkeitsfelder hineinzuschnuppern und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun. Andere nutzten die Zeit zur konkreten Vorbereitung auf eine Ausbildung oder ein Studium. Auch Till Klaar hat durch sein FSJ in der schmuckschmiede für sein Berufsziel „Industriedesign“ viele Erfahrungen sammeln können. Das FSJ kann außerdem als Vorpraktikum oder Studienwartezeit angerechnet werden.

Lebenserfahrung und persönliche Reife
Ebenfalls in punkto „persönliche Reifebildung“ und Lebenserfahrung kann das FSJ einiges geben: „Ich habe hier einen Bereich der Gesellschaft kennen gelernt“, erläutert Till Klaar, „mit dem ich sonst vielleicht nie in Berührung gekommen wäre. Durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen bin ich verantwortungsbewusster, selbstständiger geworden und habe gelernt mit Problemen verschiedenster Art völlig anders umzugehen. Das Freiwillige Soziale Jahr hat mir viel gebracht, ich kann es nur jedem weiterempfehlen!“

FSJ und BFD
Ergänzend zum FSJ wird ab dem 1. Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst eingeführt. Im Unterschied zum FSJ richtet sich der BFD an Frauen und Männer aller Altersstufen. Voraussetzung ist allein, dass keine Schulpflicht mehr besteht. Der Bundesfreiwilligendienst erstreckt sich – ebenso wie das FSJ – über einen Zeitraum von sechs bis 18 Monate. Im Allgemeinen handelt es sich beim FSJ und BFD um eine ganztägige Tätigkeit. Der Bundesfreiwilligendienst ist jedoch für alle, die älter als 27 Jahre sind, auch in Teilzeit möglich. In beiden Fällen werden die Beträge für die Sozialversicherung übernommen und die Helferinnen und Helfer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema FSJ und BDF ist in den Werkstätten Materialhof Frank Tietgen-Bölkies T 0172/990 10 88. Rufen Sie an!

Während des Freiwilligen sozialen Jahres in der schmuckschmiede hat Till Klaar viele Erfahrungen sammeln können. Ab 27. Juni präsentiert er im café tagespost, Bahnhofstr. 12-16 in Rendsburg seine Abschlussarbeit.

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